Fortsetzung: Tatort Hunsrück – Mord in der Silvesternacht, Teil 4

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Allenbacher Schloss

 

(c) Autorin: Sibylle Wild,

Fortsetzung Teil 4 …

Gustav Gans, war der Mann mit Hund, der zusammen mit der Joggerin, Veronika Veith, am frühen Neujahrsmorgen die Tote Eva Eggers am Allenbacher Weiher gefunden hatte. Chef-Ermittler Sebastian Sauer stattet nun dem Rentner Gustav Gans einen Besuch ab. Sebastian Sauer wollte wissen, wie der Rentner Gustav Gans den Jahreswechsel verbracht hatte. Gustav Gans war seit 5 Jahren Witwer, er lebt zusammen mit seinem Mischlingshund Max in einer kleinen Wohnung in der Dorfmitte von Allenbach. Hund Max ist bereits ein älterer Hund und Gustav Gans muß sehr oft mit seinem Vierbeiner Gassi gehen. Da Gustav Gans zur Miete in Allenbach wohnt und keinen eigenen Garten hat, muß er mit Max immer spazieren gehen. Auch nachts schläft der Hund nicht mehr durch, er muß häufiger raus, weil er nicht bis morgens mehr anhalten kann. So ist Gustav Gans auch immer gezwungen Nachts mit seinem Hund Max Gassi zu gehen. Den Silvesterabend verbrachte der Alleinstehende zu Hause mit seinem Hund vorm Fernseher. Bezeugen konnte das niemand, aber kurz vor Mitternacht, so erzählte Gustav Gans, ist er nochmal mit Hund Max im Dorf spazieren gegangen. Als Gustav Gans kurz vor Mitternacht vor seine Hauseingangstür trat, traf er auf seinen Skat-Kollegen Norman Nüsslein und die beiden hätten sich kurz unterhalten. Auch andere Bewohner von Allenbach hätte er gesehen, während er mit seinem Hund Max zum Jahreswechsel spazieren war. Aber Eva Eggers hätte er nicht getroffen. Ermittler Sebastian Sauer wurde stutzig und bohrte nach, ob Gustav Gans sich sicher sei, dass er Norman Nüsslein kurz vor Mitternacht in der Dorfmitte von Allenbach getroffen hatte. Gustav Gans beteuerte mit Überzeugung, dass es Norman Nüsslein war, er würde doch seinen Skat-Kollegen erkennen und er war es definitiv.
Das Alibi von Norman Nüsslein kam ins Wanken. Kommissar Sebastian Sauer fuhr auf direkten Weg zum Haus von Christine Celle und ihrem Lebenspartner Norman Nüsslein. Sauer wollte herausfinden, was die beiden verschwiegen. Christine Celle war alleine zu Hause, so konnte Sebastian Sauer sie direkt befragen. Nochmals wiederholte Christine Celle, dass sie mit Katze Cleopatra im Schlafzimmer war, in der Zeit von 23 Uhr bis ca. 0.50 Uhr, dann kam sie zurück ins Wohnzimmer und da saß Norman Nüsslein, der bevor sie ins Schlafzimmer mit der Katze gegangen war, vorm Fernseher saß und als sie später um 0.50 Uhr zurück ins Wohnzimmer kam, saß ihr Lebenspartner Norman immer noch vor dem Fernseher. Doch Kommissar Sauer stellte eine weitere Frage … könnte es möglich sein, dass Norman Nüsslein unbemerkt das Haus verlassen hatte. Christine Celle hatte wegen ihrer ängstlichen Katze Cleopatra im Schlafzimmer laute Schlagermusik gehört, sie könnte nicht felsenfest bezeugen, dass Norman Nüsslein die ganze Zeit im Wohnzimmer geblieben war. Zwar hätte sie im Hintergrund Fernsehgeräusche wahrnehmen können, aber ob ihr Lebenspartner wirklich in der Zeit von 23 Uhr bis 0.50 Uhr vorm Fernseher saß, das konnte sie nicht hundertprozentig bezeugen. Norman Nüsslein hatte plötzlich kein Alibi mehr, alles deutete darauf hin, dass er das Haus doch verlassen hatte. Sein Skat-Kollege, Gustav Gans, traf Norman Nüsslein kurz vor Mitternacht in der Dorfmitte und das Allenbacher Schloss war nur wenige Gehminuten von der Dorfmitte aus entfernt. Am Tor des Allenbacher Schloss wurde Eva Eggers zum letzten Mal lebend gesehen, die Zeugenaussage von Lisa Lauda war glaubwürdig.
Warum stand Eva Eggers kurz nach Mitternacht am Tor des Allenbacher Schloss und was machte Norman Nüsslein um diese Zeit in direkter Nähe des Allenbacher Schloss. Gab es ein Treffen zwischen dem Opfer Eva Eggers und Norman Nüsslein. War Norman Nüsslein der Mörder von Eva Eggers …. die Ermittlungen liefen auf Hochtouren.
Polizeibeamte fuhren zum Haus von Christine Celle und ihrem Lebenspartner Norman Nüsslein. Chef-Ermittler Sebastian Sauer nahm Norman Nüsslein wegen dringendem Tatverdacht fest. Im Polizeipräsidium begann das Verhör von Norman Nüsslein.
Die Luft wurde eng für Norman Nüsslein. Er verstrickte sich in Widersprüchen, doch Kommissar Sebastian Sauer ließ nicht locker, er fragte immer weiter. Nach zwei Stunden kapitulierte Norman Nüsslein und gestand den Mord an Eva Eggers.
Das Opfer, Eva Eggers, musste jeden Monat 1000 Euro in bar als Schweigegeld an Norman Nüsslein zahlen. Nüsslein erpresste Eva Eggers, weil er herausgefunden hatte, dass Eva Eggers seinen Skatfreund Rüdiger Rolfing, den pensionierten Lehrer und Ortsbürgermeister von Allenbach, abzockte. Rüdiger Rolfing zahlte hohe Geldsummen für die diversen Liebesnächte, die er mit Eva Eggers verbrachte. Eva Eggers arbeitete nebenher als Prostituierte und hatte Norman Nüsslein als Freier aber abblitzen lassen. Das wollte Nüsslein nicht auf sich sitzen lassen und erpresste Eva Eggers, weil er wusste, dass sie als Prostituierte tätig war.
Eva Eggers wollte und konnte nicht mehr länger zahlen, sie drohte Norman Nüsslein, ihn bei der Polizei wegen der Erpressung anzuzeigen. Das wollte Norman Nüsslein verhindern, deshalb hatte er sich unter einem Vorwand mit Eva Eggers am Allenbacher Schloss verabredet. Dort kam es zum Streit und Norman Nüsslein erdrosselte Eva Eggers mit Kabelbinder im Garten des Allenbacher Schloss. Die Tote legte er zunächst im Garten des Allenbacher Schloss ab, niemand bemerkte den Mord und niemand sah die tote Eva Eggers dort liegen. Unmittelbar nach der Tat, kehrte Norbert Nüsslein ins Haus von seiner Lebenspartnerin Christine Celle zurück, die hatte gar nicht bemerkt, dass er unterwegs gewesen war. Nachdem er mit Christine Celle eine Flasche Sekt getrunken hatte und später Christine Celle im Bett lag, machte sich Norbert Nüsslein wieder auf den Weg zum Allenbacher Schloss. Von dort aus trug er die Leiche von Eva Eggers über den schmalen Mühlenpfad zum Allenbacher Weiher, da legte Norbert Nüsslein die Tote Eva Eggers ab. Da es in dieser Nacht ergiebig schneite, waren bis zum Auffinden der Leiche am frühen Neujahrsmorgen alle Spuren verwischt.

 

 

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Fortsetzung: Tatort Hunsrück – Mord in der Silvesternacht, Teil 3

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Allenbacher Schloss

 

 

(c) Autorin: Sibylle Wild,

Fortsetzung Teil 3 ….

Nach der Mittagspause schickte Chef-Ermittler Sauer seine Kollegen, Thiem und Mayer, sowie Bettina Blum nach Allenbach. Gemeinsam sollte das Team von Haus zu Haus gehen und die Dorfbewohner persönlich fragen, ob ihnen irgendetwas aufgefallen war oder ob sie Hinweise geben könnten zum Tod von Eva Eggers. Am späten Abend trafen die Ermittler wieder im Polizeibüro ein. Gegen 20.30 Uhr gab es ein neues Meeting. Bettina Blum und Tobias Thiem berichteten, dass es eine Zeugin gab, die behauptete, Eva Eggers stand kurz nach Mitternacht am Tor des Allenbacher Schloss. Die Zeugin heißt Lisa Lauda, sie stand auf dem Balkon vor ihrem Schlafzimmer und schaute dem Feuerwerk über Allenbach zu. Da bemerkte sie Eva Eggers am Tor des Allenbacher Schloß. Lisa Lauda hatte sich aber nichts dabei gedacht, als sie Eva Eggers dort stehen sah. Das Ermittler-Team rätselte, warum Eva Eggers nicht auf direkten Weg von der Disco Happy Today zu sich nach Hause ging, das Allenbacher Schloss war in einer ganz anderen Richtung und lag definitiv nicht auf dem Heimweg von Eva Eggers. Was wollte Eva Eggers am Allenbacher Schloss. Die Zeugin, Lisa Lauda, sah Eva Eggers alleine vor dem Tor des Allenbacher Schloss stehen. Eine weitere Person war nicht zu sehen.
Chefermittler Sebastian Sauer beauftragte Bettina Blum, sich die Kontodaten von Eva Eggers, ihren Eltern in Trier, von Evas Freundin Denise Dräger und auch von Hauseigentümerin Christine Celle, sowie deren Lebenspartner Norman Nüsslein, anzuschauen. Kommissar Marcel Mayer bekam von seinem Chef den Autrag, das Privatleben vom Opfer Eva Eggers und deren lesbischen Freundin Denise Dräger genauer zu untersuchen. Tobias Thiem musste zusammen mit Ermittlerin Klaudia Klein die Aussagen und Hinweise der Dorfbevölkerung von Allenbach auswerten.Vielleicht gab es da neue Erkenntnisse. Aber erst mal war Feierabend, es war schon spät. Am nächsten Tag sollte es weitergehen.
Kommissar Sebastian Sauer stattete Christine Celle und ihrem Lebenspartner Norman Nüsslein einen weiteren Besuch ab. Christine Celle fütterte gerade ihre Siamkatze Cleopatra, als Sebastian Sauer klingelte. Norbert Nüsslein war nicht zu Hause, er hatte einen Arzttermin. Kommissar Sauer wollte nochmal erfahren, wie der Silvesterabend im Hause Celle/Nüsslein abgelaufen war. Siamkatze Cleopatra gehörte zu den Haustieren, die panische Angst vor der Silvesterknallerei hatten. Das erwähnte Christine Celle schon im ersten Gespräch mit Kommissar Sauer. Christine Celle zog sich bereits gegen 23 Uhr des Silvesterabends mit Katze Cleopatra ins Schlafzimmer zurück, dort lag sie mit der Katze im Bett unter der dicken Daunendecke. Im Schlafzimmer spielte laute Schlagermusik vom CD-Player, damit versuchte Frau Celle die Katze von den Geräuschen der Silvesternacht abzulenken. Norman Nüsslein saß im Wohnzimmer und schaute Fernsehen. Als gegen 0.50 Uhr die Katze ruhiger wurde, konnte Christine Celle das Schlafzimmer verlassen, um ihren Lebenspartner Norman eine gutes neues Jahr zu wünschen. Nüsslein saß immer noch im Wohnzimmer vorm Fernseher und die beiden gönnten sich gegen1.00 Uhr eine Flasche Sekt.
Marcel Mayer brachte bei der Recherche über das Privatleben der Toten Eva Eggers und ihrer Freundin Denise Dräger neue Details zum Vorschein. Eva Eggers und Denise Dräger waren erst seit dem Umzug von Eva nach Allenbach ein lesbisches Liebespaar, in Trier hatte die Tote Eva noch einen Freund gehabt, zuvor gab es in Trier nie einen Hinweis auf die homosexuelle Neigung der Eva Eggers. Der ehemalige Freund hatte sich von Eva getrennt, weil er eine neue Beziehung eingegangen war. Generell hatte Eva Eggers in Trier keinen großen Freundeskreis, sie konzentrierte sich auf ihre Ausbildung als Kosmetikerin, dort lernte sie auch Denise Dräger kennen. Die Allenbacherin Denise Dräger lebte schon immer in ihrem Heimatdorf, sie galt als Partymaus, jedes Wochenende zog sie um die Häuser, meistens war sie in der Dorfdisco Happy Today oder in Pias Pilsstübchen anzutreffen. Seitdem Denise Dräger ihren Job als Kosmetikerin an den Nagel hängen musste, weil sie einen Kontaktallergie bekam, ging es abwärts mit ihr. Sie war arbeitslos und gar nicht bemüht um einen neuen Job zu finden. Eine Umschulung wollte sie derzeit nicht, das war Denise Dräger zu anstrengend. Denise Dräger trank nicht nur in Gesellschaft Alkohol, sondern auch privat griff sie gerne zur Flasche. Denise hatte ein Alkoholproblem und nicht nur das, seit geraumer Zeit wurde sie auch mit Drogen in Verbindung gebracht. Dazu passte auch das Ermittlungsergebnis von Bettina Blum, das Konto von Denise Dräger war bis ans Limit ausgeschöpft, die Bank hatte längst dicht gemacht. Das Mordopfer Eva Eggers hatte jeden Monat ein hohe Geldsumme von ihrem eigenen Konto abgehoben, außerdem gab es einen Dauerauftrag von Eva Eggers Konto zugunsten ihrer Freundin Denise Dräger. Warum hob Eva Eggers jeden Monat 1000 Euro in bar von ihrem Konto ab. Die Auswertung ihrer Kontodaten ergaben, dass das Opfer Eva Eggers, alles mit EC-Karte bezahlte … Lebensmitteleinkäufe, Tankrechnungen, usw., alle laufenden Kosten wurden ebenfalls direkt vom Konto per Dauerauftrag oder Überweisungen bezahlt. Die Kommissarin, Bettina Blum, prüfte auch die Kontobewegungen der Eltern des Opfers, sowie die Bankdaten von Christine Celle, der Hauseigentümerin, und auch die Kontodaten von Norman Nüsslein, bei allen Beteiligten gab es keinerlei Hinweise auf Unregelmässigkeiten oder hohe Einzahlungen von Geldsummen.

Die beiden Ermittler,Tobias Thiem und Klaudia Klein, brachten die Auswertungen der Hinweise der Dorfbevölkerung von Allenbach ein gutes Stück voran. So gab es Zeugenberichte, dass Denise Dräger, die lesbische Freundin des Opfers, regelmässig in der Dorfkneipe, „Pias Pilsstübchen“, verkehrte. Dort trafen sich auch die Dart-Freunde Allenbachs und zwei mal in der Woche war Pias Pilsstübchen Treffpunkt der Männer-Skatrunde. Denise Dräger war immer alleine in Pias Pilsstübchen, das Opfer Eva Eggers wurde nie mit ihr dort gesehen. Die Dart-Freunde Allenbach waren überwiegend junge Leute aus dem Dorf, einen festen Spielerkreis gab es nie. Wer Anwesend war in Pias Pilsstübchen und Lust hatte,übte sich im Dartpfeil werfen. Die Männerskatrunde bestand aus dem Rentner, Gustav Gans, dem pensionierten Lehrer und Ortsbürgermeister, Rüdiger Rolfing ,und Norman Nüsslein, dem Lebenspartner von Christine Celle, die Hauseigentümerin, bei der Eva Eggers zur Miete wohnte.

Fortsetzung folgt gleich ….

Fortsetzung: Tatort Hunsrück – Mord in der Silvesternacht, Teil 2

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Allenbacher Schloss

 

 

 

(c) Autorin: Sibylle Wild,

Fortsetzung:

Chefermittler Sebastian Sauer gab den Kommissaren, Tobias Thiem und Marcel Mayer, den Auftrag, sich in der Discothek „Happy Today“ umzusehen und die Gäste der Silvesterparty zu befragen. Vielleicht führte das zu einer heißen Spur. Bettina Blum kümmerte sich um die Telefon- und Handydaten der Toten. Klaudia Klein ermittelte in den sozialen Medien zwecks Videos und Handyaufnahmen vom Silvesterabend in der Disco Happy Today. Was war nur passiert, wann begegnete Eva Eggers ihrem Mörder …
Kommissar Sebastian Sauer befragte die Nachbarn der Toten Eva Eggers und nochmals die Vermieterin, Christine Celle. Die Nachbarin Silvia Settig bestätigte, dass Eva Eggers von ihrer Freundin Denise Dräger gegen 21 Uhr am Silvesterabend abgeholt wurde und die beiden Richtung der Disco Happy Today aufgebrochen sind. Doch niemand aus der Nachbarschaft hatte Eva Eggers nach Hause kommen sehen, obwohl diese doch direkt nach Mitternacht von der Discothek zu sich nach Hause gehen wollte. Kommissar Sauer ging als nächstes nochmal zur Hauseigentümerin, Christine Celle. Zwischenzeitlich war es 19 Uhr und Christine Celle und ihr Lebenspartner, Norman Nüsslein, saßen im Wohnzimmer und schauten Fernsehen. Kommissar Sebastian Sauer befragte die beiden wegen des Silvesterabends. Christine Celle gab an, dass sie wegen ihrer Katze Cleopatra zum Jahreswechsel nur im Haus war, da die Siamkatze Cleopatra so ängstlich reagiert, wenn Leuchtfeuer und Raketen in die Luft gejagt werden. Die Rollos waren bereits am frühen Silvesterabend geschlossen, damit die Katze so wenig wie möglich vom Jahreswechsel mitbekommt. Norman Nüsslein berichtete, dass er zusammen mit seiner Lebenspartnerin, Christine Celle, in den eigenen vier Wänden geblieben war und keiner von ihnen einen Schritt vor die Tür gesetzt hatte.
Tobias Thiem und sein Ermittlerkollege Marcel Mayer trafen gegen 20 Uhr im Büro der Kriminalpolizei ein, Chef-Ermittler Sebastian Sauer saß bereits an seinem Schreibtisch. Thiem und Mayer berichteten, dass sie die Discobesucher ausfindig machen konnten und fast alle zwischenzeitlich befragt wurden. Alle bisher Befragten konnten bestätigen, dass das Opfer Eva Eggers mit ihrer Freundin Denise Dräger in der Discothek gefeiert und getanzt hatte. Die beiden Freundinnen verbrachten die meiste Zeit auf der Tanzfläche, waren aber immer wieder an der Bar zu sehen, Alkohol konsumierten beide in großen Mengen, verbrachten aber ausschließlich zusammen die Zeit in der Disco. Niemand sprach Eva Eggers und Denise Dräger an. Wie die Befragungen ergaben, sind die Tote Eva Eggers und ihre Freundin Denise Dräger ein Liebespaar. Aus ihrer lesbischen Liebesbeziehung machten beide kein Geheimnis, sie standen zu ihrer homosexuellen Partnerschaft. Seit Monaten war es das Dorfgespräch in dem Provinznest Allenbach. Kommissar Sebastian Sauer stutzte, warum wusste die Hauseigentümerin Christine Celle und ihr Lebenspartner Norman Nüsslein nichts davon und auch die Eltern von Eva Eggers haben nichts gegenüber Ermittlerin, Bettina Blum, erwähnt.
Klaudia Klein recherchierte am Neujahrstag im Internet. Viele Fotos und Videoaufnahmen von der Silvesterfeier in der Discothek Happy Today wurden bei Facebook und Youtube hochgeladen. Immer sah man, dass das Opfer Eva Eggers zusammen mit ihrer Freundin, Denise Dräger, tanzte und trank. Kurz nach Mitternacht war Eva Eggers auf keinen Fotos oder Handyclips mehr zu sehen, nur noch Denise Dräger feierte in der Discothek kräftig weiter. Auch bei den Aufzeichnungen vor der Discothek war Eva Eggers nur für einen Moment zu sehen, nämlich als sie alleine die Discotheke Happy Today verließ, wenige Minuten nach Mitternacht.
Die Kriminalkommissarin, Bettina Blum, nutzte den Nachmittag des 1. Januars zur Kontrolle der Telefon- und Handydaten des Opfers. Eva Eggers schrieb regelmässig WhatsApp-Nachrichten, besonders viele Mitteilungen wurden zwischen Eva und ihrer Freundin Denise Dräger getauscht. Auch die Festnetzanrufe des Kosmetikstudios wurden überprüft und konnten ausschließlich den Kundinnen des Kosmetikstudios zugeordnet werden. Doch merkwürdig waren die zahlreichen Anrufe vom Festnetzanschluß der Hauseigentümerin, Christine Celle, bei der das Opfer Wohnung und Kosmetikstudio angemietet hatte.
Am nächsten Morgen stattete Hauptermittler Sebastian Sauer der Hauseigentümerin, Christine Celle, einen Besuch ab. Die war völlig überrascht, als Sauer ihr aufzeigen konnte, dass von ihrem Festnetzanschluß so oft bei Eva Eggers angerufen wurde. Christine Celle beteuerte, dass sie immer nur persönlich mit Eva Eggers gesprochen hatte und nicht telefonisch, immerhin wohnte das Opfer als Mieterin in ihrem Haus, warum sollte sie da anrufen, wenn sie in wenigen Schritten Eva Eggers persönlich erreichen konnte. Aufmerksam hörte Ermittler Sauer zu und machte sich seine Gedanken zu den Äußerungen von Christine Celle. Eigentlich kam als Telefonanrufer nur noch Norman Nüsslein in Frage, er wohnt als Lebenspartner mit Christine Celle zusammen. Frau Celle konnte sich aber nicht erklären, was ihr Norman mit Eva Eggers zu tun hatte. Norman Nüsslein war kurz vor Eintreffen von Kommissar Sebastian Sauer aufgebrochen, um Brötchen vom Bäcker zu holen. Ermittler Sauer wartete zusammen mit Christine Celle auf die Rückkehr von Norman Nüsslein. Kurze Zeit später traf Nüsslein ein, er tat überrascht, dass Kommissar Sauer in der Küche saß. Sebastian Sauer war sofort klar, dass er von Norman Nüsslein nichts ehrfahren würde, so lange Christine Celle mit anwesend war. So bat Kommissar Sauer den Rentner Norman Nüsslein mit auf das Präsidium zu kommen.
Gegen 11 Uhr saß Chef-Ermittler Sebastian Sauer mit Norman Nüsslein im Büro der Polizei. Sebastian Sauer stellte gezielte Fragen. Norman Nüsslein gab bereitwillig Auskunft. Laut Aussage von Norman Nüsslein, parkten die Kundinnen der Toten Eva Eggers ständig in seiner Garageneinfahrt und ihm war es zu blöd, jedesmal in den Kosmetikladen von Eva Eggers zu rennen und den Aufstand zu proben, wegen dem Falschparken der Kundinnen vor seiner Autogarage. Um die Tote Eva Eggers nicht bloßzustellen, telefonierte Nüsslein lieber mit ihr, statt persönlich im Kosmetikstudio aufzutauchen. Ermittler Sebastian Sauer bohrte nach, denn die Anrufe von Norman Nüsslein an Eva Eggers beschränkten sich nicht nur auf die Öffnungszeiten des Kosmetikstudios und warum waren die Anrufe von Nüsslein immer auf dem privaten Handy der Toten. Da steckte mehr dahinter, dachte sich Ermittler Sebastian Sauer, da war er sich sicher. Trotzdem schickte er Norman Nüsslein nach Hause. Ermittler Sauer machte sich eine Notiz in seinem Kalender, am nächsten Tag musste er umbedingt wieder zur Hauseigentümerin Christine Celle, er wollte überprüfen, ob das Alibi von Christine Celle und ihrem Norman Nüsslein wirklich stimmte.

Fortsetzung folgt gleich ….

Meine Kurzgeschichte: Tatort Hunsrück – Mord in der Silvesternacht, Teil 1

 

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Allenbacher Schloss

(c) Autorin: Sibylle Wild

 

Tatort Hunsrück …. Mord in der Silvesternacht …

Am frühen Neujahrsmorgen drehte Veronika Veith ihre tägliche Runde um den Allenbacher Weiher. Im Sommer fing Veronika Veith mit dem Joggen an, sie fühlt sich viel fitter wie früher und die Waage ist mehr als freundlich. 10 kg hat sie schon abgespeckt und selbst die Weihnachtsfeiertage konnten ihr nichts anhaben, sie schaffte es, den süßen Leckereien zu widerstehen und dabei hatte sie nicht das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen.
In der vergangenen Nacht schneite es kräftig. Veronika Veith versuchte den Kopf freizubekommen, da hilft nur Laufen, dachte sie sich und brach bereits um 6.30 Uhr auf zu ihrer Joggingrunde um den Allenbacher Weiher. Veronika Veith war aber nicht alleine unterwegs am Allenbacher Weiher. Gerade stiefelte der Rentner, Gustav Gans, mit seinem Mischlingshund Max über die Brücke. Max freute sich und lief schwanzwedelnd zu Veronika, die den Rüden streichelte. Aber lange stehen bleiben wollte Veronika nicht und so verabschiedete sie sich rasch von Gustav Gans und seinem Hund Max. Veronika joggte weiter, aber dann schrie sie laut auf und konnte gar nicht mehr aufhören. Gustav Gans mit Hund Max setzten sich sofort in Bewegung und waren kurze Zeit später bei Veronik Veith angekommen. Da lag sie … die Leiche einer jungen Frau. Veronika Veith war es speiübel und sie zitterte am ganzen Leib, ganz ähnlich ging es Gustav Gans, der nur mit viel Mühe seinen Hund Max aufhalten konnte, die Frauenleiche zu beschnuppern. Langsam fasste Veronika einen klaren Gedanken und zog ihr Smartphone aus der Gürteltasche. Sie verständigte mit zitternder Stimme die Polizei. Veronika und auch Gustav kannten das Opfer, es handelte sich bei der getöteten jungen Frau um Eva Eggers, die erst vor einem Jahr nach Allenbach gezogen war und hier ein Kosmetikstudio eröffnet hatte.
Es waren kaum 15 Minuten vergangen, da trafen die ersten Polizeibeamten ein und sicherten den Tatort. Auch die Kriminalbeamten, Sebastian Sauer, Marcel Mayer und Bettina Blum waren vor Ort. Die Gerichtsmedizinerin, Annika Arend, stellte fest, dass das Mordopfer zwischen Mitternacht und 1 Uhr erdrosselt wurde. Aber offensichtlich war der Fundort nicht gleich der Tatort. Die Kriminalbeamten nahmen die Ermittlungen auf.
Das Opfer, Eva Eggers, war gerade mal 19 Jahre alt und stammte aus Trier, wohnte erst seit einem Jahr in Allenbach und führte ein kleines Kosmetikstudio im Ort. Eva Eggers wohnte zur Miete. In einem großen Haus in Allenbach mietete Eva Eggers einen Laden für ihr Kosmetikstudio und eine kleine Wohnung für sich an. Die Hauseigentümerin, Christine Celle, wohnt mit ihrem Lebenspartner, Norbert Nüsslein, ebenfalls mit im Haus.
Kommissar Sebastian Sauer klingelte am Neujahrsmorgen bei der Hauseigentümerin, Christine Celle. Frau Celle saß noch am Frühstückstisch, als Kommissar Sebastian Sauer ihr die schreckliche Nachricht vom Tod ihrer Mieterin, Eva Eggers, überbrachte. Christine Celle stand unter Schock, fassungslos saß sie vor ihrem Brötchen und konnte kaum einen klaren Gedanken fassen. Ihr Lebenspartner, Norbert Nüsslein, schlief während dieser Zeit noch im Schlafzimmer. Der bekam gar nicht mit, dass jemand an der Tür geklingelt hatte. Kommissar Sebastian Sauer befragte zunächst nur Christine Celle. Laut Hauseigentümerin Christine Celle war Eva Eggers Single, sie hat Trier verlassen, weil ihre Eltern, Hiltrud und Dieter Eggers, sich nur noch stritten und Eva das nicht länger mit anhören wollte. Eva war alt genug um auf eigenen Füßen zu stehen. Um ihren Eltern aus dem Weg gehen zu können, entschied sich Eva zum Wohnortwechsel. Evas Wahl auf Allenbach fiel nur, weil ihre Freundin Denise Dräger dort aufgewachsen ist und immer noch in Allenbach lebt. Eva und Denise lernten sich in Trier bei einem Kosmetikworkshop kennen. Während Eva Eggers ihrem Beruf als Kosmetikerin treu blieb und sogar ihr eigenes Kosmetikstudio gründete, musste ihre Freundin Denise Dräger, wegen Allergie ihren Kosmetikberuf an den Nagel hängen. Die Tote, Eva Eggers, hatte mit ihrem Erbe von Oma Mechthild das Kosmetikstudio in Allenbach aufbauen können und das Geld reichte aus um den Laden anzumieten und eine eigene Wohnung über dem Ladenlokal bewohnen zu können. Kommissar Sebastian Sauer verständigte noch während dem Gespräch mit Hauseigentümerin Christine Celle, seine Kollegin Klaudia Klein. Sauer bat seine Kollegin Klaudia Klein, Kontakt mit der Freundin Denise Dräger aufzunehmen.
Denise Dräger, die Freundin des Mordopfers, lag noch schlafend in ihrem Bett, als es an der Hauseingangstür klingelte. Die Silvesterparty in der Disco „Happy Today“ ging bis in die frühen Morgenstunden des 1. Januars und Denise war so alkoholisiert, dass sie sich kaum mehr erinnern konnte, wie sie den Weg nach Hause gefunden hatte. Die Kommissarin Klaudia Klein klingelte erneut und nun entschied sich Denise Dräger, aufzustehen und mal zu schauen, wer es wagt, so früh am Neujahrsmorgen an ihrer Tür zu klingeln. Denise öffnete vorsichtig einen Spalt der Tür und Kommissarin Klein zückte ihren Dienstausweis. Schockiert, was die Kriminalpolizei von ihr wollte, zog Denise Dräger die Hauseingangstür weiter auf und bat die Ermittlerin herein. Kommissarin Klaudia Klein erklärte Denise Dräger, dass man Eva Eggers tot am Allenbacher Weiher gefunden hatte. Denise musste sich erst mal setzen und griff automatisch zu ihren Zigaretten und der halbvollen Flasche Sekt. Schockiert und völlig fassungslos erzählte Denise Dräger der Kommissarin, dass Eva Eggers und sie selbst in der Disco „Happy Today“ am Silvesterabend waren. Während Denise bis in die frühen Morgenstunden in der Disco feierte und tanzte, war ihre Freundin, Eva Eggers, bereits direkt nach Mitternacht nach Hause gegangen. Kommissarin Klaudia Klein bohrte nach, was alles an diesem Silvesterabend in der Disco Happy Today passiert war. Noch sah es nach einem üblichen Discobesuch aus und für Denise Dräger gab es keine Merkwürdigkeiten, weder bei Eva Eggers selbst, noch an dem gemeinsamen Discoabend.
Kommissarin Bettina Blum hatte sich direkt nach dem Auffinden der Toten Eva Eggers, auf den Weg zu deren Eltern nach Trier gemacht. Bei den schlechten Verkehrsverhältnissen wegen dem Wintereinbruchs, dauerte die Fahrt zu dem Ehepaar Eggers nach Trier viel länger als gedacht. Nun saß Kommissarin Bettina Blum im Wohnzimmer der Eggers. Hiltrud Eggers, die Mutter des Opfers, weinte ohne Unterlass und brachte kaum ein Wort hervor. Dieter Eggers, ihr Mann und der Vater von Eva, lief im Wohnzimmer umher und versuchte die Fragen der Ermittlerin zu beantworten. Die Tote, Eva Eggers, war Einzelkind. Sie besuchte die Realschule und schon als Teenie interessierte sie sich für Mode und Kosmetik, da war es für die junge Eva selbstverständlich auch beruflich was mit Kosmetik zu machen. Seine Tochter Eva bestand alle Prüfungen und deren Traum von einem eigenen Kosmetikstudio war nur umsetzbar, weil Oma Mechthild ihrer Enkelin Eva eine Menge Geld vermacht hatte, nachdem sie gestorben war. Dass Eva aber ausgerechnet in dem Provinznest Allenbach ein Kosmetikstudio eröffnen musste, war sowohl dem Vater, Dieter Eggers, als auch Evas Mutter Hiltrud, ein Dorn im Auge. Sie konnten ihre Tochter Eva aber nicht aufhalten, sie war zum Zeitpunkt des Umzugs bereits volljährig und sie mussten sie ziehen lassen. Dieter und Hiltrud Eggers gaben aber gegenüber der Ermittlerin ehrlich zu, dass sie massive Eheprobleme haben und Eva deshalb nicht in Trier bleiben wollte. Aber wie beide Elternteile beteuerten, war das Verhältnis zu Eva nach wie vor gut und Eva besuchte ihre Eltern regelmässig in Trier. Etwas seltsam kam es der Kommissarin Bettina Blum trotzdem vor.
Am frühen Nachmittag des Neujahrstag trafen sich die Ermittler, Sebastian Sauer, Bettina Blum und Klaudia Klein zum gemeinsamen Meeting. Anwesend waren auch die Gerichtsmedizinerin, Annika Arend, sowie die beiden Kommissare, Tobias Thiem und Marcel Mayer. Alle Anwesenden trugen ihre vorläufigen Ermittlungsergebnisse vor. Die Gerichtsmedizin hatte ergeben, dass die Tote Eva Eggers, zum Zeitpunkt ihres Todes stark alkoholisiert war. Ein Sexualdelikt lag nicht vor. Erdrosselt wurde sie mit Kabelbinder. Die Kommissare Tobias Thiem und Marcel Mayer hatten sich den ganzen Morgen und Vormittag im Kosmetikstudio der Toten und in der darüberliegenden Wohnung von Eva Eggers umgesehen. Einen Freund hatte die Tote Eva Eggers offensichtlich nicht, das konnte auch die Hauseigentümerin, Christine Celle bestätigen, dass Mordopfer hatte nie privaten Männerbesuch. Das Kosmetikstudio von Eva Eggers lief gut, der Terminkalender war gut gefüllt und Kommissar Tobias Thiem hatte mit den Frauen, die noch am Silvestermorgen bei Eva Eggers im Kosmetikstudio waren, telefoniert und alle bestätigten, dass sich Eva Eggers wie immer verhalten hatte, keiner der Frauen war irgendetwas aufgefallen oder verdächtig vorgekommen.

Fortsetzung folgt gleich …

Kurzgeschichte: Das rosa Tütchen … Verfasser unbekannt

Vorweg möchte ich erwähnen, dass nachfolgende Geschichte nicht von mir stammt, sondern von einem unbekannten Verfasser.

Die Kurzgeschichte gehört zu meinen Lieblingsgeschichten und sie passt wieder mal gerade zu meiner Lebenssituation. Sie schenkt mir neuen Mut und lässt mich dankbar werden, für jeden kostbaren Augenblick.

Nun die Kurzgeschichte von dem unbekannten Verfasser:

Als ich eines Tages, wie so oft, traurig durch den Park schlenderte und mich auf einer Parkbank niederließ, um über alles nachzudenken, was in meinem Leben schiefläuft, setzte sich ein fröhliches, junges Mädchen zu mir. Sie spürte meine Stimmung und fragte: „Warum bist Du traurig?“ „Ach“, sagte ich, „ich habe keine Freude im Leben. Alle sind gegen mich. Alles läuft schief. Ich habe kein Glück und weiß nicht, wie es weitergehen soll.“
„Hmmm“, meinte das Mädchen, „wo hast du dein rosa Tütchen? Zeig es mir mal. Ich möchte da mal hineinschauen.“
„Was für ein rosa Tütchen?“ fragte ich sie verwundert. „Ich habe nur ein schwarzes Tütchen.“ Wortlos reichte ich es ihr.
Vorsichtig öffnete sie es und sah hinein. Ich bemerkte, wie sie erschrak. „Es ist ja voller Alpträume, voller Unglück und schlimmer Erlebnisse!“
„Was soll ich machen? Es ist eben so. Daran kann ich nichts ändern.“
„Hier, nimm“, meinte das Mädchen und reichte mir ein rosa Tütchen.
„Sieh hinein!“ Mit etwas zitternden Händen öffnete ich das rosa Tütchen und konnte sehen, dass es voll war mit Erinnerungen an schöne Momente des Lebens. Und das, obwohl das Mädchen noch jung war.
„Wo ist dein schwarzes Tütchen?“ fragte ich neugierig.
„Das werfe ich jede Woche in den Müll und kümmere mich nicht weiter drum“, sagte sie. „Für mich besteht der Sinn des Lebens darin, mein rosa Tütchen im Laufe des Lebens vollzubekommen. Da stopfe ich so viel wie möglich hinein. Immer wenn ich Lust dazu habe oder beginne traurig zu werden, dann öffne ich mein rosa Tütchen, schaue hinein und es geht mir sofort besser. Wenn ich einmal alt bin, dann habe ich immer noch mein rosa Tütchen. Es wird voll sein bis obenhin und ich kann sagen: „Ja, ich hatte etwas vom Leben. Mein Leben hatte einen Sinn!“
Noch während ich verwundert über ihre Worte nachdachte, gab sie mir einen Kuss auf die Wange und war verschwunden. Neben mir auf der Bank lag ein rosa Tütchen mit der Aufschrift: Für Dich!
Ich öffnete es zaghaft und warf einen Blick hinein. Es war fast leer, bis auf einen kleinen zärtlichen Kuss, den ich von dem jungen Mädchen auf einer Parkbank erhalten hatte.
Bei dem Gedanken daran musste ich schmunzeln und mir wurde warm ums Herz. Glücklich machte ich mich auf den Heinweg.
Und ich vergaß nicht, mich am nächsten Papierkorb meines schwarzen Tütchens zu entledigen. – Unbekannter Verfasser –

 

Zwischendurch … einfach mal so … ein Minitext zum aktuellen Anlass in meinem Leben

Manche Tage können sehr langweilig sein, wenn es nicht mehr viele Dinge gibt, an denen man sich freuen kann. Zu dieser Erkenntnis kam  Egon, der seit 3 Monaten im Altenheim lebt. Ja, er ist freiwillig ins Altenheim, niemand drängte ihn. Egon erkannte selbst, dass vieles zu Hause nicht mehr ging. Es war gar nicht so einfach ein Altenheim zu finden, dass ein freies Zimmer anbieten konnte. Aber manchmal fügt sich eins zum anderen, denn im Altenheim im Nachbardorf wurde ein Platz frei. Der Umzug ging schnell, ein Zimmer im Altenheim bietet nicht viel Platz für Habseligkeiten. Tatsächlich traf Egon auf ein paar vertraute Gesichter, einige Heimbewohner seiner Altersgeneration kannte er von früher. Trotzdem isoliert sich Egon immer mehr, sein Fernseher wird zum Lebensmittelpunkt. Wann immer man ihn besuchen kommt, seine Zimmertür ist geschlossen und von drinnen dröhnt laut der Fernsehapparat. Egon ist an Krebs erkrankt und die Altersdemenz greift um sich. Sein ganzes Wesen ist verändert und nichts erinnert mehr an den Mann Egon, der vor einem halben Jahr noch seinen Haushalt managte und immer on Tour war. Alt-werden ist verdammt hart, wenn die Kräfte schwinden und immer mehr Krankheiten einen auf Trab halten. Egon bezeichnet sein neues Domizil als Endstation, es gilt nur noch das Warten auf den Tod. Inzwischen ist Egon müde und ausgezehrt vom Leben, er wünscht sich ein baldiges Ende. Nüchtern betrachtet, kann ich seine Reaktion verstehen. Aber Gott entscheidet, wann die Zeit dafür reif ist. Alles hat seine Zeit … so steht es schon in der Bibel.

Kurzgeschichte, Die Granny-Aupair

Kurzgeschichte     „Granny-Aupair“

Magdalena fühlt sich mit ihren 67 Jahren noch nicht zu alt für einen Aufenthalt im Ausland. In einer Frauenzeitung las sie von der Möglichkeit der „Granny-Aupair“.  Warum das Nützliche nicht mit dem Angenehmen verbinden. Magdalena war gelernte Erzieherin und konnte sehr gut mit Kindern umgehen. Sie war leidenschaftlich gerne Oma, doch zwischenzeitlich ist Magdalenas Enkel Ingo längst erwachsen und benutzt sie nur noch als Geldquelle. Vor vier Jahren starb Magdalenas Mann an einem Herzinfarkt, seitdem lebt sie alleine in dem großen Haus in Würzburg. Finanziell ist sie gut gestellt, es mangelt ihr an nichts. Doch langsam sind die Freundschaften von früher nicht mehr das was sie mal waren. Manchmal fühlt sich Magdalena wie das fünfte Rad am Wagen, wenn sie mit den Ehepaaren von damals, als ihr Mann noch lebte, unterwegs war. Wirklich einsam ist sie nun nicht, aber häufig ist ihr Alltag ein wenig eintönig. Gelegentlich kommen die ehemaligen Kolleginnen aus dem Kindergarten vorbei, es sind schöne Stunden bei Kaffee und Kuchen. Doch ein häufiger Personalwechsel führt dazu, dass sie nur noch ganz wenige Kolleginnen aus ihrem alten Team kennt.  Magdalena frischte kürzlich ihre Englischkenntnisse in Volkshochschulkursen auf. Wenn sie als Granny-Aupair im Ausland arbeiten möchte, dann sind doch gute Englischkenntnisse sehr von Bedeutung. Wie man im Internet surft und eMails schreibt, das lernte Magdalena bereits vor Jahren von ihrem eigenen Enkel Ingo. Dafür benötigt sie kein Seminar mehr.

 

Ein Kontakt zur Agentur für Granny-Aupairs besteht bereits. Magdalena ist sich ihrer Entscheidung noch nicht ganz sicher, ob sie zu einer Familie nach Kanada für 1 Jahr gehen möchte oder doch die Reise nach Australien antreten soll, auch dort wartet eine junge Familie mit 2 Kindern. Aber die Tendenz geht Richtung Kanada. Vor 17 Jahren schenkte Magdalenas Mann ihr zum 50. Geburtstag eine Reise nach Kanada. Es war eine wunderschöne Zeit die Magdalena zusammen mit ihrem Mann in Kanada verbrachte. Die beiden mieteten sich ein Wohnmobil und fuhren vom Osten Kanadas bis zur Westküste. Es war ein atemberaubender Trip und die Landschaft, die Menschen und die Tiere in Kanada begeistern Magdalena bis heute.

 

Optimal ist auch die Konstellation der kanadischen Familie, die eine Granny-Aupair aus Deutschland gerne bei sich aufnehmen würden. Die Ehefrau ist Deutsche und die drei Kinder wachsen zweisprachig auf. Ein klares Plus, denn dann gibt es keine  Sprachbarriere. Eigentlich weiß Magdalena gar nicht so genau, warum sie noch zögert. Die 4-jährigen Zwillinge, Aaron und Sarah, sehen so niedlich auf den Fotos aus und die zwei Jahre ältere Schwester Tabea zeigt sich auf dem Bild mit einem süßen Lächeln bei ihrer Einschulung. Der Familienvater Glenn arbeitet als Lehrer und seine deutsche Frau Lydia ist als Ärztin tätig. Magdalena steht seit ein paar Tage in eMail-Kontakt mit der jungen Familie in Kanada, um die ersten Daten auszutauschen und sich besser kennenzulernen. Vielleicht ist es ja möglich und auch ratsam für eine Stipvisite nach Kanada zu fliegen, um die Familie persönlich kennenzulernen und sich anzuschauen wo Magdalena dann für ein Jahr leben wird.

 

Glenn und Lydia Fraser leben in British Columbia, genauer gesagt in Vancouver. Lydia stammt ursprünglich aus Landshut und wanderte nach ihrem Medizinstudium nach Kananda aus. Seitdem arbeitet sie als Ärztin. Ihren Mann Glenn Fraser lernte die junge Ärztin im Krankenhaus kennen, er war ein Patient auf ihrer Station. Die Beiden heirateten sehr schnell, weil Lydia schwanger wurde und später Tochter Tabea zur Welt brachte. 2 Jahre später folgten die Zwillinge Aaron und Sarah. Als Ärztin ist Lydia sehr gefordert und sie hat regelmässig ein schlechtes Gewissen, weil sie nicht so viel Zeit mit ihren Kindern verbringen kann, wie andere Frauen dies tun können. Glenn unterstützt sie wo es nur geht bei der Kindererziehung und der Hausarbeit, aber Unterstützung durch eine Granny-Aupair wäre wirklich hilfreich.

 

Magdalena freut sich schon auf die neue Herausforderung und vereinbarte mit den Frasers ein persönliches Kennenlernen in Kanada. Sie buchte einen Flug nach Kanada um danach endgültig eine Entscheidung fällen zu können, ob sie die Anstellung bei den Frasers antritt, die direkt in der Metropole Vancouver leben. Die Skyline von Vancouver ist grandios, findet zumindestens Magdalena, es gibt einige Leute die wenig begeistert sind. Der Hafen von Vancouver erlangte nach Eröffnung des Panamakanals an internationaler Bedeutung. Er ist der größte in Kanada und exportiert mehr Güter als sonst ein Hafen in Nordamerika. Zwischenzeitlich leben über 600.000 Menschen in Vancouver. Die Stadt wird auch oft „North Hollywood“ genannt, weil Vancouver nach Los Angeles und New York der drittwichtigste Standort der nordamerikanischen Filmindustrie ist.

 

Die Familie Fraser lebt im Stadtbezirk West End in einem modernen, großzügigen Haus. Magdalena ist begeistert. Das Haus ist stilsicher eingerichtet, es gefällt Magdalena auf Anhieb, hier könnte sie sich wohlfühlen. Glenn Fraser, der Familienvater, ist Mitte 30 und wie schon erwähnt von Beruf Lehrer. Seine deutsche Ehefrau Lydia, ist gerade 30 Jahre alt geworden und fand direkt nach ihrer Einwanderung nach Kanada eine gute bezahlte Anstellung als Ärztin. Magdalena ist so glücklich, dass Lydia ursprünglich aus Deutschland stammt, so wird die Sprache nicht zum Hindernis und die 3 Kinder, Tabea, Aaron und Sarah sprechen ebenfalls fließend Deutsch. Noch während ihres einwöchigen Aufenthaltes in Vancouver entscheidet sich Magdalena den Granny-Aupair-Job bei den Frasers anzunehmen und die Familie Fraser ist begeistert, dass Magdalena für 1 Jahr als Granny zu ihnen nach Kanada kommt. Platz ist mehr als reichlich für Magdalena da, sie bekommt sogar 2 Zimmer die sie während dem Jahr für sich alleine als Rückzugsort im Haus nutzen darf.

 

Nachdem alle Formalitäten zwischen der Granny-Aupair-Agentur, der Familie Fraser und natürlich Magdalena geklärt und unterzeichnet waren, durfte Magdalena ganz offiziell zu den Frasers nach Kanada ziehen. Anfangs war es durchaus eine Umstellung … aber Magdalena fand sich schnell in den Alltags-Rhythmus der Familie Fraser ein. Magdalena übernahm nicht nur die Betreuung der 3 Kinder, sondern sie war auch für s Kochen und Backen für die ganze Familie zuständig, ebenso für viele Bereiche der Hausarbeit und des Gartens. Zum Glück stellten die Frasers bereits vor Jahren eine Putzfrau für das riesen Haus ein. So stand Magdalena durchaus viel Zeit für Tabea, Aaron und Sarah zur Verfügung. Die 3 Kids versuchten natürlich erst mal ihre Grenzen auszuloten, aber Magdalena, als ausgebildete Erzieherin, konnte schnell reagieren und nach kurzer Zeit akzeptierten die Kinder ihre neue Granny. Magdalena blühte richtig auf in ihrer Rolle als Granny aus Germany.

 

Mit den Zwillingen Aaron und Sarah bastelte sie sehr viel, las den Kindern Geschichten vor. Tabea durfte die ersten einfachen Zutaten beim Backen rühren. Und viel, viel mehr bot Magdalena den 3 Kids. Glenn und Lydia Fraser waren dankbar, dass Magdalena sie so tatkräftig in allem unterstützte. Magdalena wurde die Perle des Hauses Frasers. Als Dankeschön boten die Frasers Magdalena ganz viel Kunst, Kultur, Musik und Sport. So besuchten sie gemeinsam die Vancouver Art Gallery (mit über 8.000 Kunstwerken, darunter auch Illustrationen von Marc Chagall). Auch den Skulpturenpark mit 14 Bronzeskulpturen des chinesischen Künstlers Minjun suchten sie auf. Die 2,50 m hohen Skulpturen zeigen lachende Männer und die Skulpturen befinden sich in der Nähe des Morton Park. Eine Sehenswürdigkeit ist auch die „Steam Clock“, eine dampfbetriebene Uhr, die alle 15 Minuten pfeift. Lydia Fraser hört begeistert Folk-Musik und da war es selbstverständlich, dass die Familie Fraser mit Magdalena bei dem bedeutenden „Vancouver Folk Music Festival“ waren. Der Familienvater Glenn mag Eishockey, er lässt kein Heimspiel seiner geliebten Vancouver Canucks aus. Magdalena war auch dort mal mit als Zuschauerin.

 

Einige Wochen später fühlte sich Glenn Fraser nicht wohl. Ihm war schwindelig und er hatte Sehstörungen. Eines Morgens brach er zusammen während dem Frühstück, er war bewusstlos. Lydia war bereits im Dienst im Klinikum und Magdalena verständigte sofort den Notruf und informierte Lydia. Glenn wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Der erste Verdacht fiel auf Schlaganfall, doch diese Diagnose bestätigte sich nicht. Es wurden weitere Untersuchungen vorgenommen. Dann der Schock, die Ärzte stellten bei Glenn einen Hirntumor fest. Das ganze Familienleben änderte sich ab diesem Augenblick … verständlicherweise. Chemotherapie, Bestrahlungen, viele Medikamente … die übliche Behandlungsmethoden. Doch Glenn ging es immer schlechter. Alle waren sehr besorgt und die ganze Familie hatte Angst und befürchtete das schlimmste. Doch es geschehen auch heute noch Wunder und Gott heilt zu seiner Zeit. Lydia Fraser konnte einen Spezialisten in Toronto ausfindig machen, der bereit war, Glenn zu operieren. Die Operation war nicht ohne Risiken, aber der Eingriff wurde zum Erfolg. Diese gesamte Krise bewältigte die Familie Fraser auch wegen der Hilfe von Magdalena. Sie hielt Lydia den Rücken frei. Tabea, Aaron und Sarah waren während der Zeit völlig durch den Wind. Tabeas Noten in der Schule veränderten sich zum Schlechten. Aaron und Sarah zeigten Auffälligkeiten, sie waren sehr nervös, verspürten große Angst und die regelmäßige Besuche bei ihrem Vater in der Klinik kosteten die Kids sehr viel Kraft. Die sensible Sarah weinte viel. Doch als Vater Glenn gesund wurde, war er so dankbar über seine Genesung, dass er auf die Idee kam, während der Ferienzeit mit der Familie eine Wohnmobilreise durch Kanada zu machen. Magdalena sollte natürlich mitfahren, sie hatte ja bereits Erfahrungen sammeln dürfen, als sie vor 17 Jahren mit ihrem Mann durch Kanada im Wohnmobil tourte.  — Fortsetzung folgt —

(c) Sibylle Wild,  4. Mai 2015

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