Persönliches, Ich weiß noch, wie …

Ich weiß noch, wie …

… ich mit falschen Erwartungen mein Leben verändern wollte.

Kurz nach unserem Umzug von Rheinland-Pfalz nach Bayern fiel ein Satz, den ich zu diesem Zeitpunkt nicht wahrhaben wollte.

Die Worte sprach mein neuer Psychiater hier vor Ort aus. Er fragte mich, ob ich denn wirklich glaube, dass hier in Bayern alles anders und besser wird, und die Menschen anders reagieren als in meiner alten Heimat. Ich war felsenfest davon überzeugt und wurde nun nach fast 3 Jahren in Bayern endlich eines besseren belehrt.

Jetzt habe ich es auch kapiert, was mein Psychiater mir versuchte zu vermitteln. Ja, mein Psychiater hat mit diesem Satz eine Warnung ausgesprochen, eine Warnung, dass ich wieder enttäuscht sein werde.

Und genau so ist es jetzt gekommen … wie sagte kürzlich jemand zu mir: Die Probleme holen einen ein, vor denen man versucht wegzulaufen. Häufig ist es wirklich so und leider betrifft es auch mein Leben.

Ohne in Details zu gehen und Leute anzuprangern, durfte ich feststellen, dass die Menschen offensichtlich so ticken wie sie sind und dass es keinesfalls regionale Unterschiede gibt. Ich lebte wohl wirklich in einem Irrglauben.

In Rheinland-Pfalz lies ich Familie und Freunde zurück, deren Wert ich vorher nicht zu schätzen wusste. Ich blickte nur auf das was mir fehlte, ohne bewusst wahrzunehmen, was ich da eigentlich schon hatte.

Weihnachten 2015 war das reinste Gefühlschaos für mich und ich vermisste sehr meine Familie und Freunde in der alten Heimat und es machte sich der Schmerz breit, keine Kinder bekommen zu haben.

Emotionale Achterbahnfahrten.

Zum ersten Mal reifte in mir der Gedanke heran, wieder zurück nach Idar-Oberstein zu gehen. Hier unser Haus in Bayern zu verkaufen und die „Heimreise“ ins Naheland anzutreten.

Wäre da  nicht mein ständiger Begleiter: meine Angst!!! Die Angst, eine neue Fehlentscheidung zu treffen … !  

(c) Sibylle Wild, Januar 2016

Persönliches, Ich weiß noch, wie … ACHTUNG; NICHT FÜR JEDEN LESER GEEIGNET

Ich weiß noch, wie …

…  sich die ersten Tage in der Psychiatrie anfühlten.

 

Als ich am Morgen des 28. Juli 1999 in meinem Bett in der Psychiatrie erwachte, fehlte mir fast jegliche Erinnerung an den Abend zuvor, nur wage waren in meinem Gehirn noch Bruchstücke der zurückliegenden Stunden abgespeichert.

Benebelt von der Dröhnung an Medizin die mir per Kanüle in den Körper gepumpt wurde, stellte ich fest, dass ich fixiert war … man hatte mich tatsächlich ans Bett gefesselt … zu meiner eigenen Sicherheit und aus Angst vor Fremdgefährtung.

Heute ist das nur noch mit Zustimmung eines Richters erlaubt, die Fixierung. Damals wurde es einfach gemacht und es war der schlimmste Schock für mich.

Mir war schnell klar, dass ich besser Ruhe bewahre, um hier wieder frei zu kommen. Das Personal war super nett und sehr einfühlsam. Im Laufe des Vormittags trafen dann auch mein Mann und meine Mutter ein. Alle waren noch völlig durcheinander von den Vorkommnissen an den Tagen davor.

Relativ schnell wurde ich aus meinen Fesseln befreit, weil keine Gefahr mehr bestand, dass ich andere oder mich selbst gefährtete.

Mein Mann Harald und meine Mutter kümmerten sich rührend um mich, die Ärzte und das Personal gaben ihr bestes. Was ich vermisste, war ein klärendes Gespräch … was da genau mit mir passiert war, wie es überhaupt dazu kommen konnte. Lange wartete ich auf eine Aussage der Ärzte.

Täglich bekam ich einen Schwung Medikamente, ohne genau zu wissen, wozu und wofür. Dann bohrte ich gezielt nach und machte mir Notizen.

Meine Stimmung kippte fast stündlich, mal war ich melancholisch-depressiv, mal total ängstlich, im nächsten Moment wieder happy und zufrieden. Nach ein paar Tagen dann die ersten Gruppengespräche, geleitet von einem Facharzt für Psychiatrie.

Ich lernte andere Betroffene in der Gruppe kennen, Menschen die genau das erlebt haben, wie ich es durchlitten habe. Ich sammelte viele Informationen und lernte von den Erfahrungen der anderen Betroffenen. Langsam taute ich auf und stellte fest … ich bin kein Einzelfall, es gibt viel mehr Menschen die das gleiche durchmachen und auch Psychisch Krank sind.

Trotzdem fühlte es sich für mich so an, als wäre mein Leben am Ende und ich hätte auf ganzer Linie versagt.

Während dem langen Klinikaufenthalt lernte ich verschiedene Therapieformen kennen, die ich mit der Zeit einzeln vorstellen werde.

Auch wenn mich die Psychiatrie am ersten Tag geschockt hat (Fixierung), lernte ich mit der Zeit und in all den Jahren danach, diesen Ort zu schätzen.   

 

Morgen gibt es einen Text aus aktuellem Anlass … die verschiedenen Therapieformen der Psychiatrie stelle ich zu einem späteren Zeitpunkt vor.

 

(c) Sibylle Wild, Januar 2016

Persönliches, Ich weiß noch, wie … ACHTUNG; NICHT FÜR JEDEN LESER GEEIGNET

Ich weiß noch, wie …

… meine Psyche sich veränderte.

Juli 1999 … seit Wochen hatte ich nicht mehr richtig geschlafen, ich war völlig überdreht, obwohl ich zeitgleich nur einen Wunsch hatte: ich wollte so gerne mal wieder schlafen, mich ausruhen, mich entspannen. Daran war überhaupt nicht zu denken … ich war gefangen von der Angst und zeitgleich fühlte ich mich so stark, so überlegen, so kreativ, so leistungsorientiert … in mir drehte sich ein Gedankenkarussell, die Gedanken rasten förmlich und übeschlugen sich in meinem Kopf. In Worte kaum zu beschreiben.

Aber ich lebte in der Angst, es stimmt etwas nicht mit mir. Endlich schaffte ich den Weg zu einem Psychiater, obwohl ich sehr lange auf diesen Termin warten musste. Da ich ganz neu als Patientin bei ihm war, konnte er den ernst der Lage nicht genau abschätzen.

Ich möchte niemand einen Vorwurf machen und später, als ich nach dem Psychiatrie-Aufenthalt bei ihm als Patientin in der Sprechstunde war, entschuldigte er sich sehr, dass er das nicht richtig erkannt hatte, wie tief ich schon in meiner Krankheit gefangen war.

Ein Gegenpol hatte sich entwickelt in mir, ich wechselte zwischen Depression und Manie (euphorisch sein), im Volksmund auch „Himmelhochjauchzend“ genannt. Mein Höhenflug der Manie nahm bizzare Formen an.

Ich sah Dinge die nicht real waren, ich sah in allem Zeichen, Hinweise, usw. Meine Familie reagierte entsetzt und genau richtig. Meine Mutter rief den Hausarzt an, der auch direkt kam, er sprach mit mir und dass ich freiwillig dem Psychiatrie-Aufenthalt zustimmen soll. Das tat ich dann tatsächlich.

Ich wollte keinen Krankenwagen, mein Mann fuhr mich in die Klinik. Aber in mir machte sich Angst breit … ich versuchte ständig aus dem fahrenden Auto zu springen, ich wollte nicht wirklich in der Klapse landen. So viele Vorurteile schwirrten in meinem Kopf, ich dachte, aus dem Laden (Psychiatrie) komme ich nicht mehr raus. Im Krankenhaus angekommen, rannte ich ganz nach oben, ich entwickelte enorme Kräfte … ich hatte vor mich vom Dach des Krankenhauses zu stürzen. Man hielt mich auf, ich entwickelte unsagbare Kräfte, mit eigenen Händen zerriss ich die Shirts der Krankenpfleger. Ich war kaum noch zu bändigen, solche Angst hatte ich vor der Psychiatrie.

Aber dann kam alles anders, viel besser als erwartet, obwohl mein Start in der Psychiatrie erst mal ein Schock für mich war.  

Mehr dazu … morgen …

(c) Sibylle Wild, Januar 2016

Persönliches, Ich weiß noch, wie … ACHTUNG: Nicht für jeden Leser geeignet, dies zu lesen.

Ich weiß noch, wie …

… alles mit einer Angststörung begann.

Ängstlich war ich eigentlich schon im Kleinkindalter, aber so richtig begann meine Angststörung nach dem viel zu frühen Tod meiner Oma. Ich war 10 Jahre alt, als meine Oma starb. Sie war der Dreh- und Angelpunkt in meinem Leben und für mich ging eine Welt unter als sie nicht mehr da war.

Ruckzuck verstärkte sich meine „Ängstlichkeit“ … bis es eines Tages so richtig los ging.

Ich zitterte, Herzrasen kam dazu, bekam unerklärliche Schweißausbrüche, Magen-Darm-Geschichten fingen an, ich entwickelte Allergien, usw. … es gab immer mehr körperliche Reaktionen.

Psychisch war ich angeschlagen, die erste Depression machte sich breit, meine Seele streikte und die Angststörung ging in die nächste Runde.

Ich fing an vieles zu vermeiden, ich traute mich kaum mehr aus dem Haus, da ich aber zur Schule gehen musste, blieb mir keine andere Wahl, zu Hause verkriechen funktionierte einfach nicht. Plötzlich war ich nicht mehr fähig im Schulbus unterwegs zu sein, ich bekam regelrecht Panik und zeitweise reagierte ich richtig überdreht, ein ander mal saß ich im Bus wie versteinert. Es war ein Wechselbad der Reaktionen.

Immer mehr Vermeidungsstrategien entwickelte ich. Alles was außerhalb meiner vier Wände war, bereitete mir Angst. Wann immer es mir möglich war, versuchte ich Situationen und Begebenheiten zu meiden. Meine Eltern und Freunde wussten langsam keinen Rat mehr, aber niemand schaffte es, mich zu einem Arztbesuch zu bewegen. Ich weigerte mich einfach. Die Depressionen und die Angststörung verschlimmerten sich von Jahr zu Jahr.

Erst im jungen Erwachsenenalter gelang es mir endlich, den Schritt zu wagen, einen Psychologen aufzusuchen. Freiwillig tat ich das nicht, es gehörte mächtig Druck von Seiten meiner Familie dazu. Aber wer nicht aus eigener Überzeugung Hilfe bei einem Psychologen sucht, blockiert die Therapie von vorn herein. Ich machte relativ schnell dicht, als es unangenehm in der Therapie wurde. Mein Leidensdruck war zwar extrem hoch, aber trotzdem nahm ich die Therapie nicht an. Ich konnte und wollte nicht hinschauen, auf meinen eigenen Anteil an der Misere.

Ich brach die Therapie ab, obwohl ich dringend Hilfe benötigte. Die Jahre vergingen, die Depression und die Angststörung blieben, ich lernte mich damit zu arrangieren, obwohl der Leidensdruck immer größer wurde.

1999 spitzte sich die Lage zu, ich spürte überdeutlich, dass irgendetwas nicht mehr mit mir stimmte. Freiwillig suchte ich einen Psychiater auf, der mich umgehend in Reha schicken wollte. Dazu kam es leider nicht mehr, nur 2 Monate nach meinem 29. Geburtstag kam dann der große Knall, nichts ging mehr, ich bekam den totalen Zusammenbruch und landete zum ersten Mal in der Psychiatrie … wie es dann weiter ging, berichte ich morgen.

(c) Sibylle Wild, Januar 2016

Persönliches, Ich weiß noch, wie …

Ich weiß noch, wie …

… wichtig mir ein eigenes Auto war.

1988 begann meine eigene  Geschichte mit dem fahrbaren Untersatz. Gerade 18 Jahre alt, den Führerschein frisch bestanden, durfte ich in meinem ersten eigenen Wagen sitzen. Sponsert bei OPA!

Mein erstes Auto war ein roter Opel Kadett-D, 60 PS. Mein Kadett war eine Kostenfalle schlechthin, es ging im Nu alles defekt, was nur kaputt gehen konnte. Nie mehr ein Auto von einem Hinterhof-Schrauber kaufen … war meine Erfahrung damals.

Doch bevor ich den roten Kadett wieder abgab, verursachte ich meinen ersten Unfall damit. Tja, ich sage nur: Führerschein auf Probe … oh weh. Ich schrottete mit meinem alten Kadett  einen Golf GTI … tja, Frauen und Autofahren … den Golf GTI habe ich glattweg übersehen. JA, ich war NÜCHTERN, trotzdem ist es passiert. Zum Glück gibt es Autoversicherungen, die für den Schaden aufkommen und es kostete mich zwar meinen Schadenfreiheitsrabatt, aber meinen Führerschein durfte ich behalten, es gibt für alles eine Lösung.

Trotz meinem Unfallschock, setzte ich mich direkt wieder hinter s Steuer … nur in einem anderen Auto. Auf den roten Opel Kadett folgte ein weißer Ford Fiesta mit Ralleystreifen. Mit dem Wagen kam ich zwar von A nach B, aber der Fiesta hing an jedem Berg in den letzten Zügen. Mir war die Kiste einfach viiiiel zu langsam, es musste ein anderes Auto her.

Meine Wahl fiel auf einen goldfarbenen Opel Ascona, ein solider Wagen eines Rentners. War mir egal, hauptsache die Karre hatte mehr PS und kam auch am Berg vom Fleck weg.

Dann meinte es Gott wieder mal sehr gut mit mir, meine Eltern vermachten mir nämlich ihren 2 Jahre alten Renault 19 in einem wunderschönen Blaumetallic, den schlug ich nicht aus, ich freute mich wie verrückt. Ein Auto fast wie neu … Luxus pur für mich. Ich war so stolz und dankbar. Leider durfte ich mich nur 2 Jahre an dem Auto erfreuen … dann passierte mir der nächste Unfall … Reifenplatzer bei Tempo 100, ich bekam den Renault nicht mehr unter Kontrolle und landete mit dem Wagen ungebremst an einem Felsen. Mir war zum Glück nichts passiert, der Wagen war futsch. SCHADE, ich war sehr, sehr traurig. 

Das Geld legte ich in einen Audi 80 an, ein schönes Auto und er fuhr sich super. Aber dann …

Dann kam mein absoluter Traumwagen auf den Automarkt: Landrover Freelander!!! Für diesen Wagen nahm ich sogar einen Kredit auf, ich wollte ihn unbedingt haben, koste es was es wolle. Mein größter Wunsch ging in Erfüllung, ich habe geheult vor Glück. Dann … man kennt es ja irgendwie schon von mir … ihr vermutet richtig …der nächste Unfall. Ich glaubte wirklich, mit meinem Landrover Freelander könnte ich auch bei Schnee ordentlich Gas geben. Na ja, die physikalischen Kräfte wollte ich wohl ignorieren und es passierte, wie es offensichtlich passieren musste … ich landete mit meinem Freelander jenseits der Straße. Der teure Wagen hat es unbeschadet überstanden. Gott sei Dank! Mir war – eigentlich – nichts passiert, doch dieses mal saß der Schock tief.

Ich traute mich nicht mehr Auto zu fahren. Ich verkaufte mein Traumauto, weil ich den Wagen einfach nicht mehr fahren konnte und auch plötzlich nicht mehr fahren wollte.

Mein Mann überredete mich wieder ein kleines Auto zu kaufen, damit ich nicht ganz das Vertrauen ins Autofahren verliere. Wir kauften einen kleinen Fiat Panda, was für ein Absturz, aber es half wenig gegen meine Angst vorm Autofahren. Nichts war mehr so, wie es früher war.

Fünf lange Jahre fuhr ich absolut kein Auto mehr, so tief saß die Angst vorm Autofahren. Meine treuen Blogleser haben es schon mitbekommen, vor ein paar Wochen schenkte mir mein Opa ein Auto … und nun traue ich mich langsam wieder ans Fahren ran.

Meine Geschichte mit Autos geht somit weiter …

(c) Sibylle Wild, Januar 2016

Persönliches, Ich weiß noch, wie …

Ich weiß noch, wie …

… meine Leidenschaft für Autos begann

Zum Entsetzen meiner Eltern war mein erstes ausgesprochene Wort nicht „Mama“ oder „Papa“, nein, man glaubt es kaum, mein erstes Wort das ich sprach war tatsächlich „AUTO“. 

Das war 1970/71 und ich bin ein MÄDCHEN. 

Zu der damaligen Zeit fuhr mein Opa einen VW-Käfer und ich liebte es mit Oma und Opa in diesem Auto unterwegs zu sein und wir waren sehr viel damit unterwegs. Meine Großeltern nahmen sich sehr viel Zeit für mich und wir machten zusammen abwechslungsreiche und interessante Ausflüge in die heimische Region.

Vieles bleibt unvergessen und es liefert Stoff für weitere, andere Erzählungen.

Als Kind spielte ich niemals mit Puppen, Plüschtiere waren okay, aber meine Leidenschaft waren Autos, als Kind waren es zunächst Spielzeugautos … damit konnte ich mich stundenlang beschäftigen. Im Lauf der Zeit kam eine ordentliche Sammlung zusammen. Und irgendwann erfüllte mir mein Vater einen großen Traum … eine Rennbahn. Mein Vater war da aber nicht ganz uneigennützig, denn ihn begeisterte so eine Autorennbahn selbst und wir spielten und spielten was das Zeug hielt.

Doch echte Autos, die richtigen, faszinierten mich extrem. Den VW-Käfer erlebte ich in unserer Familie viele, viele Jahre und mein Opa kaufte ihn mit der Zeit in den unterschiedlichsten Farben. Zwischenzeitlich durfte auch meine Mutter Führerschein machen und jetzt war ich noch häufiger im Auto mit unterwegs. Traumhaft! Meine Eltern entschieden sich später für die Marke Renault und dem Autohersteller bleibt meine Mutter bis heute treu. Mein Vater hat nie den Führerschein gemacht, eine zu geringe Sehleistung auf einem Auge führte dazu, dass er niemals die Fahrerlaubnis machen durfte. In meinem Elternhaus war also eine Frau, meine Mutter, die Nutzerin eines Autos. Damit wurde ich groß.

Als die Zeit reif war für mich und ich das Alter erreichte um selbst Führerschein zu machen, war es mein Opa, der mir dies ermöglichte. Er kam für die kompletten Kosten auf und er beteiligte sich auch finanziell an meinem ersten eigenen Auto. Ohne ihn wäre mir das nie möglich gewesen. Den Führerschein bestand ich auf Anhieb und schon einige Zeit vor meinem 18. Geburtstag. Doch dann wuchs meine Ungeduld … wann darf ich endlich mit meinem eigenen Auto fahren. Dummerweise fiel mein 18. Geburtstag auf einen Feiertag und theoretisch hätte ich einen Tag länger warten müssen, bis mir die Fahrerlaubnis ausgehändigt wird. Aber ich konnte „Vitamin B“ spielen lassen und bekam tatsächlich pünktlich an meinem 18. Geburtstag … trotz einem gesetzlichen Feiertag … meinen Führerschein ausgehändigt.

Ab diesem Tag an begannen meine eigenen Autogeschichten. Die liefern Stoff für eine weitere Erzählung … im Klartext: Fortsetzung folgt und zwar morgen ….

(c) Sibylle Wild, Januar 2016

Persönliches, Ich weiß noch, wie …

Ich weiß noch, wie …
… mein Mann und ich uns für unseren 1. Hund entschieden.

Vorweg möchte ich erzählen, dass es seit Kindertagen mein größter Wunsch war, einen eigenen Hund zu bekommen. Meine Eltern erfüllten mir diesen Wunsch nie, es gab in ihren Augen tausend Gründe ohne Hund zu leben.

Sobald irgendwo ein Hund zu sehen war, ging ich mit Begeisterung darauf zu und bin gerne mit Hunden spazieren gegangen. Als meine Eltern mich in Kindertagen mal neugierig fragten, ob ich ein Geschwisterchen haben mag, stellte ich sofort klar, ein eigener Hund wäre mir viel lieber. Trotzdem bekam ich keinen Hund und auch zum Glück kein Geschwisterchen. Letzteres mag dahingestellt sein, ob es Glück oder Pech sein kann, ohne Geschwister aufzuwachsen. Einzelkind zu sein hat so seine Vorteile. Aber ich schweife vom Thema ab, zurück zum Hund, zu unserem 1. Hund.

Sein Name war tatsächlich „Kläuschen“ … denkt bloß nicht, wir sind auf diesen Hundenamen gekommen. Tja, Kläuschen bekam seinen Namen vom Vorbesitzer, ein älterer Herr, der Kläuschen als Welpen zu sich holte. Am 24. Dezember 1990 verstarb das Herrchen von Kläuschen und der Hund kam sofort ins Tierheim in Kirn.

Harald und ich kauften ein Jahr zuvor unser Haus in Allenbach und endlich war Platz für einen eigenen Hund. Uns war klar, ein Hund kommt zu uns und unser vierbeiniger Freund soll ein Tierheimhund sein.

Wir zogen los, schauten uns verschiedene Hunde in den Tierheimen unserer Region an, aber zunächst fanden wir keinen geeigneten Hund für uns. Nach Weihnachten 1990 fuhren wir ins Tierheim Kirn, durch ein Zeitungsinserat wurden wir auf Kläuschen aufmerksam. Kläuschen ein Collie-Mix, damals 7 Jahre alt, war erst seit Heiligabend im Tierheim und ich verliebte mich auf den ersten Blick in diesen tollen Hund.

Kläuschen sprang an mir hoch, schleckte mich ab und schaute mich mit seinen treuen Hundeaugen an, als wollte er sagen, nimm mich bitte schnell hier raus. Wir bekamen Kläuschen direkt mit nach Hause, der Schutzvertrag mit dem Tierschutzverein wurde abgeschlossen, eine Gebühr bezahlt und dann sprang Kläuschen in unser Auto, als wäre er schon immer mit diesem Auto mitgefahren.

Tja, schnell stellten wir fest, der alte Mann, Kläuschens Vorbesitzer, hat den Collie-Mix ganz schön verwöhnt. „Kläuschen“ bestand darauf, bei uns im Bett zu schlafen. Harald war strikt dagegen, im Prinzip war ich es auch, aber Kläuschen siegte … schon in der ersten Nacht schlief er mit bei uns im Bett.

Telefonklingeln wurde mit extrem lauten Bellen übertönt. Also einen Anruf auf Festnetz konnten wir definitiv nicht mehr verpassen, dafür sorgte Kläuschen. Telefonieren gestaltete sich für uns aber fast genauso schwierig, denn Kläuschen hörte auch dann nicht auf zu bellen. Es dauerte lange, bis wir ihm diese Unart abgewöhnen konnten. Kläuschen war ein sozialverträglicher Hund, er liebte Menschen, war sofort ein guter Freund unserer Kater (ja wir hatten schon 2 Katzen in unserem Haus) und war mit jedem anderen Hund freundlich. Abgesehen von kleinen „Macken“ war unser Kläuschen ein Traumhund. Er wurde tatsächlich 19 (!!!) Jahre alt.

(c) Sibylle Wild, Januar 2016