2. Platz im Gedichtwettbewerb

Gedicht, Hinter dieser Tür

 

Hinter dieser Tür beginnt mein Leben.
Schau Dich um,
Du erkennst wer und wie ich bin.
Ich mache kein Geheimnis daraus.
Sei mein Gast,
ich höre gerne zu, was Du zu sagen hast.
Sorgen, Nöte und Probleme,
sie gehören zum Leben.
Ich habe Zeit,
auch für Heiterkeit.
Wir können lachen,
und jeden Spaß zusammen machen.
Du siehst auch meine Schattenseiten,
hinter meiner Tür gibt es auch Krankheiten,
dies ist keine Seltenheit.
Sie sind ein Teil von mir,
und gehören nicht ausradiert.
Mein Geheimnis ist die viele Zeit,
die ich habe und die auch bleibt.
Wenn Du damit klar kommst,
sei willkommen als mein Gast.

(c) Sibylle Wild

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Eltern

Tränen laufen über mein Gesicht,

Klarheiten bringen Wahrheiten ans Licht.

Kann heute klarer sehen

und immer mehr verstehen.

Manches tut sehr weh

und ich frage mich,

wie konnte das Geschehen.

Warum war ich nur so dumm

und viel zu lange stumm.

Habe geglaubt, was ihr gesagt,

nicht hinterfragt, was ihr da tat.

Jahrelanges schlucken,

ohne mal zu mucken.

Euer Leben geht munter weiter,

ich bin in vielem nur gescheitert.

Es heißt,

man soll Euch keinen Vorwurf machen,

soll einfach nur beachten,

dass ihr alles habt gegeben,

was euch möglich war im Leben.

Welchen Schaden ihr angerichtet,

das wird gerne weggedichtet.

Wir sollen uns nicht als Opfer sehen

und über diesen Dingen stehen.

Diesen Rat bekommt man gern,

doch der Realität so fern.

 

(c) Sibylle Wild, 29. Mai 2015

 

Mutter

Ich denke an Dich,

aber ich gehöre Dir nicht.

Du bist nicht der Nabel der Welt,

für den ich Dich hielt.

Ich bin endlich erwachsen geworden,

habe in der Fremde erlebt,

dass es auch ohne Dich geht.

Freunde sind für mich zur Familie geworden,

da fühle ich mich mehr aufgehoben.

Du bist nicht mehr die Frau,

die ich als Mutter kannte.

Die Zeit als Du mit starker Hand,

Dein Zepter niemals aufgabst.

Du hast Deinen ersten Mann regiert

und mich einfach leicht dressiert.

Dein neuer Mann brachte den Stein ins Rollen,

nicht mehr Du hast die Kontrolle,

sondern er regiert

und nun hat er Dich dressiert.

 

(c) Sibylle Wild, 25. Mai 2015

Deine Sucht

Vor 15 Jahren brach unser Kontakt ab,

es war mein ausdrücklicher Wunsch,

ich konnte es nicht mehr ertragen.

Du bist gefangen in der Sucht,

lebst Dein eigenes Leben.

Hilfe hast Du immer abgelehnt,

obwohl ich und andere es versuchten.

Zuerst schluckte ich sehr,

als ein Suchtberater mir klar machte,

dass ich Dir nur helfen kann,

wenn ich Dich fallen lasse.

Viele finden das Gnadenlos.

Ich hoffte so sehr,

dass es Dir die Augen öffnet.

Es änderte sich nichts.

NICHTS.

 

(c) Sibylle Wild,   25.Mai 2015

Am Telefon

Unverhofft war Deine Stimme am Telefon zu hören.
Ich glaubte mich verwählt zu haben.
Meine Worte klangen hart,
eher ungewollt,
ich war zu sehr überrascht,
dass ich Dich plötzlich in der Leitung hatte.
Du kamst mir definitiv ungelegen
und so reagierte ich sehr abweisend.
Aber eine Entschuldigung ist es mir trotzdem nicht wert.

(c) Sibylle Wild, 24. Mai 2015

Zurück vom Camping-Urlaub

Blauregen, Mai 2015

Wir … mein Mann Harald, unsere beiden Hunde und ich … waren für 8 Tage beim Camping-Urlaub im Odenwald.

Dort haben wir eine Campingparzelle gepachtet.

Es waren ruhige, entspannte und recht sonnige Urlaubstage.

Der Blauregen vom Foto oben und unten folgt eine Nahaufnahme, blüht zur Zeit am Eingang unserer Campingparzelle.

Die Reise zum Campingplatz gestaltete sich schwieriger als gedacht.

Ein großer Teil der Wegstrecke war voll gesperrt.

Kein Navi dabei, mein Smartphone streikte in der tiefsten Provinz des Odenwalds.

Nur gut, dass ich mich sehr schnell im Straßenatlas zurecht fand und eine Alternativroute auswählen konnte.

Und ja, wir kamen sicher und relativ zügig beim Campingplatz an.

Es wurden ruhige Urlaubstage, so richtig zum Relaxen.

Ein kleines Highlight gab es dann doch.

Uns war ein Hund zugelaufen!!!

Ein schwarzer Jagdterrier.

Zum Glück war er zutraulich, wir konnten ihn streicheln und es war mir möglich ihm ein Halsband von unseren Hunden anzulegen.

Zunächst gingen wir davon aus, dass der Hund zu einem Mit-Camper gehört.

So sind wir mit dem leinenführigen Hund über den gesamten Campingplatz marschiert und haben uns erkundigt zu wem der Hund gehört.

Doch kein Camper kannte den Hund.

Dann sind wir zum Platzwart, der bestätigte uns, dass der Hund niemanden auf dem Campingplatz gehört.

Was tun … müssen wir ihn ins Tierheim bringen …

… so schnell geben wir nicht auf!!!

Wir haben dann auf eigene Faust „ermittelt“ und sind zu den umliegenden Aussiedlerhöfe gegangen.

Und es gelang uns dann tatsächlich, die Hundebesitzerin zu ermitteln.

Die war überglücklich, sie hatte schon überall nach dem Hund gesucht.

Happy End für alle!!!

 

Blauregen, Nahaufnahme, Mai 2015

 

 

Erkenntnis

Gestern kam eine Karte per Post.
Du hast sie noch nicht mal selbst geschrieben.
Schiebst anderen diesen Dienst zu.
Noch nicht mal Deinen Namen konntest Du persönlich unter die Glückwünsche schreiben.
Bin ich Dir nur noch so wenig wert.
Deine Mutterliebe war wohl in all den Jahren zuvor nur gespielt.
Früher meldest Du Dich täglich,
aber wie mir heute klar wurde,
nur deshalb, weil Du Dich an meinem Leben bereichern wolltest.
Du hast kein eigenes Leben.
Erzählst nur von anderen, nie von Dir.
Viele machten mich darauf aufmerksam,
ich  wollte es nie wahrhaben.
Jetzt habe auch ich es kapiert.
Nur gut, dass uns heute einige hundert Kilometer trennen.
Es war richtig zu gehen.
Ich hätte es schon viel früher tun sollen.

(c) Sibylle Wild, 13. Mai 2015

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